Longieren


 

Warum longieren?

 

Das Longieren viel mehr ist als ein bloßes "sein Pferd im Kreis laufen lassen" möchte ich Ihnen nachfolgend gerne Näher bringen. Longieren hilft, vorausgesetzt der Longenführer weiß, was er tut bzw. dementsprechende Anleitung erhält dabei:

 

  • Verspannungen zu lösen
  • Muskeln aufzubauen
  • das Pferd an Stangenarbeit heranzuführen
  • es zu gymnastizieren
  • auf Stimmkommandos zu trainieren
  • seine Durchlässigkeit und Aufmerksamkeit zu fördern und zu fordern
  • das Pferd ohne Reitergewicht zu arbeiten
  • es auf das Reiten vorzubereiten u.v.m.

 

 

Nach einer mindestens zehnminütigen Aufwärmphase im Schritt löse ich die Pferde meistens mit Übertreten und Schulterherein, anfangs auf dem Hufschlag an der Bande oder dem Zaun, später auch auf dem Zirkel.

Danach arbeite ich u.a. mit vielen Übergängen, Zirkel verkleinern / vergrößern, Tempounterschieden ganz individuell auf jedes Pferd abgestimmt weiter.

Zur Gymnastizierung, Förderung von Takt und Koordination, Kräftigung der Hinterhand und einfach um auch ein wenig Abwechslung mit hinein zu bringen baue ich gerne Stangen- und Cavaletti in die Arbeit an der Longe ein.

Außerdem arbeite ich, wenn vorhanden, gerne mit Dualaktivierungsgassen beim Longieren, um die Aufmerksamkeit zu fördern und das Körperbewusstsein des Pferdes zu verbessern, an der Geraderichtung zu arbeiten und eine gute Dehnungshaltung zu fördern.  Man kann sie auch gut zu Stangen umfunktionieren, gerade für unerfahrene, stürmische Pferde eignen sie sich gut, da eventuelle Verletzungen so vermieden werden können.

 

 

Longieren mit Kappzaum

 

Es ist meiner Meinung nach nur möglich, ein zufriedenes Pferd an der Longe zu führen und auszubilden, wenn man es nicht im Maul stört. Deshalb arbeite ich mit Kappzaum und schnalle nicht die Longe in den Ring des Gebisses. Die Passform eines Kappzaums ist von großer bedeutung, das Naseneisen sollte auf die jeweilige Nase passen, nur so findet der Kappzaum halt und verrutscht nicht. Eine Alternative zu einem Kappzaum mit Naseneisen ist das Cavecon, ein leichterer, aber auch etwas schärfer wirkender französischer Kappzaum. Sein Nasenteil besteht meistens aus einem gut gepolsterten und mit Leder ummantelten Stück Fahrradkette und besitzt drei Ringe, sodass sich dieser Kappzaum nicht nur zum Longieren sondern auch zum Reiten eigenet, da die Möglichkeit besteht Zügel in die äußeren Ringe zu schnallen. Ich nutze diese Variante zum Anreiten in Verbindung mit einem Gebiss und zwei Paar Zügeln um dem unerfahrenen Pferd die Hilfen zu verdeutlichen und die Sensibilität des Mauls zu erhalten.

 

 

 

 

Muskelaufbau und Vorbereitung auf das Leben als Reitpferd

 

Bei jungen, bzw. untrainierten Pferden oder Pferden mit Muskelschwund aufgrund von Krankheit, falschem Training, unpassendem Sattel o.ä. ist richtiges Longieren ein gutes Mittel zum Muskelaufbau. Das Pferd hat die Möglichkeit besonders die Rückenmuskulatur aufzubauen, ohne das Gewicht eines Reiters tragen zu müssen , die korrekte Dehnungshaltung zu erlernen und eventuell vorhandene Verspannungen zu lösen. Erst wenn der Pferderücken genügend gekräftigt ist kann mit den ersten Reitversuchen begonnen werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Longierens ist das Trainieren des (Jung)pferdes auf Stimmkommandos wie Halt, Schritt, Trab und Galopp. Diese Kommandos sind zwingend notwendig um das Pferd bei den ersten Reitversuchen mit der Unterstützung der Stimme besser dirigieren zu können, da ein rohes Pferd Schenkel- und Zügelhilfen natürlich noch nicht versteht.

 

 

 

Auch die Arbeit vom Boden aus ist ein wichtiger Aspekt in der Pferdeausbildung.  Die Arbeit an der Hand, Freiarbeit, kleine Kunststücke, Führtraining und Scheutraining gehören für mich zur vielseitigen Ausbildung eines Pferdes.